Wie meine Bilder entstehen

Jahrzehntelang habe ich Bilder im Raum inszeniert und hierfür eine eigene Ästhetik entwickelt. Seit zwölf Jahren komprimiere ich diese Erfahrungen in der Fläche. Ich male.
Bilder können aus konzeptionellen Entwürfen entstehen wie in meinen Rauminszenierungen. Diese Theaterbilder werden allein im Augenblick des Geschehens lebendig, ihre Objekte werden dann abgebaut und weggeworfen. Bilder dagegen, die Resultat des malerischen Prozesses sind, kristallisieren in diesem Prozess ihre Gestalt heraus und erneuern sich im Blick des Betrachters. 
In meinen Arbeiten gehen beide Vorgehensweisen eine Synthese ein. Sie entstehen aus einer Summe von Verwerfungen (Übermalungen), bis ein Extrakt stehen bliebt. 

Ich liebe es, wenn Bilder aus sich selbst entstehen und Dinge des Zufalls verwandelt werden. Sie entstehen aus sich selbst, oder bleiben Fiktion. Man muss sich in den Spuren der inneren Natur bewegen, wie sonst sollten die veräußerlichten Bilder eine Gestalt erhalten, die Wirklichkeit neu zu begründen, die die Substanz einer eigenen Entwicklung enthält.  
Mich interessieren Metamorphosen, rhythmische Intervalle, räumliche Überschneidungen, die Montage artfremder Teile, Licht, Schatten, Harmonien und Dissonanzen, der Gegensatz von Minimalität und Fülle. Es bringt die Inhalte hervor, die Figuren und Landschaften. 
Der Inhalt ist immer dergleiche: die existenzielle Befindlichkeit des Menschen, unsere Situation in den Projektionen unserer Visionen und Vorstellungen.    

Ich gehöre zur Generation der Maler deren Bilder aus dem Prozess ihrer Entstehung sich realisieren. Nun kommt etwas hinzu: indem ich die Periode der dreidimensionalen Bilder hinter mir lasse, assimiliere ich diese Erfahrungen jetzt in der Fläche.
Wenn ich male verwirkliche ich nur eine Absicht: die wahrgenommenen Dinge, die sich in mir manifestiert haben durch einen Prozess der Verwandlungen herauszulassen und in eine Gestalt zu bringen.